Mit Roady über die Atlantikstraße – Abenteuer am Atlantik

Heute stand unser Tag ganz im Zeichen des Atlantischen Ozeans. Klingt episch? War es auch – zumindest, nachdem wir erstmal die morgendlichen Camper-Pflichten hinter uns gebracht hatten.

Wir wachten früh auf, und Jule kam direkt mit der brillanten Idee um die Ecke: „Lass uns doch noch schnell Wäsche waschen, bevor wir losfahren!“ Großartig. Also raus aus den Federn, noch völlig verknittert und vor allem ohne Frühstück direkt in den Waschraum gewankt. Mit grummeligen Blicken haben wir zwei Maschinen vollgestopft und sind dann zurück zum Camper getigert, während der Magen schon lautstark rebellierte.

Immerhin konnten wir die Waschzeit produktiv nutzen – sprich: Toasten und endlich frühstücken. Während die Trommeln ratterten, machten wir Roady startklar für die nächste Etappe.

Als alles gewaschen, getrocknet und verstaut war, konnte das Abenteuer endlich losgehen: auf zur Atlantikstraße, dem nördlichsten Punkt unserer Route!

Falls ihr sie noch nicht kennt: Die Atlantikstraße (Atlanterhavsveien) gilt als eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas. Über 8 Kilometer schwingt sie sich kühner als jede Achterbahn über Brücken und Dämme von Insel zu Insel – mitten hinein in den wilden Atlantik. Berühmt ist sie nicht nur für ihre genialen Kurven und Brückenbögen (vor allem die Storseisund-Brücke mit ihrem scheinbar „ins Nichts abfallenden“ Schwung), sondern auch für die tosenden Wellen, die bei Sturm über die Straße peitschen. Hollywood hätte es nicht dramatischer bauen können!

Jule ließ es sich nicht nehmen und übernahm das Steuer auf der ersten Etappe – inklusive der Atlantikstraße selbst. Ich durfte entspannt Beifahrer spielen und staunen. Das Wetter war zum Glück sonnig bis leicht bewölkt und sogar windstill – also quasi Postkartenbedingungen für Norwegens berühmteste Küstenstraße.

Am Ende der Strecke legten wir einen Pflicht-Stopp im Supermarkt ein. Perfekter Ort für den Fahrertausch und um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Außerdem war das hier unser nördlichster Punkt der gesamten Reise – ab jetzt ging’s offiziell südwärts!

Zurück über die Atlantikstraße entdeckten wir auf einer kleinen Insel einen richtig schönen Rundwanderweg. Natürlich mussten wir da anhalten! Ganz ohne kleinen Parkplatz-Kampf ging es aber nicht – Norwegen in der Hochsaison eben. Immerhin musste Jule diesmal niemandem die deutsche Parkordnung auf Englisch erklären.

Der Spaziergang war es wert: Ein herrlicher Rundweg über Felsen und Wiesen, mit atemberaubenden Ausblicken auf die Inselwelt und diese unendliche Weite des Atlantiks. Die salzige Seeluft war eine willkommene Erfrischung und hat uns mal wieder richtig das Gefühl gegeben, wie winzig man in dieser Landschaft ist.

Gut gelaunt machten wir uns danach auf den Weg Richtung Ålesund – der Stadt mit Jugendstilcharme, auf die wir uns schon richtig freuen. Unterwegs hielten wir noch an einem kleinen Atlantikstrand. Jule steckte erstmal vorsichtig ihre Füße ins Wasser, grinste und verkündete: „Erfrischend!“ – ich dachte mir, wenn schon, denn schon, und bin komplett reingesprungen. Kalt? Ja. Atlantik halt. Aber noch immer wärmer als dieser Gletschersee vom Anfang der Reise. Einmal komplett durchnässt, einmal ordentlich wach – und weiter ging’s!

Ganz bis Ålesund wollten wir heute nicht mehr fahren. Stattdessen steuerten wir einen Campingplatz ein paar Kilometer vorher an. Gemütlich einchecken, runterkommen, Pläne schmieden. Und als wäre das noch nicht genug Luxus: Am Platz gab’s ein richtig gut bewertetes Restaurant. Perfekt, um sich mal bedienen zu lassen. Heute kein Kochen, kein Spülen – einfach Urlaub genießen.

Wir saßen satt und im Camper und dachten: Genau so muss es sein. Morgen geht’s dann nach Ålesund – hoffentlich mit genug Platz für Roady in der Stadt. Aber das ist eine Geschichte für morgen.

default

Bilder:

Kommentarfunktion:

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen

Weitere Blogposts:

0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x