Ålesund – Ozeandampfer, Ozeanmuseum und ein Burger mit Wikinger-Bezug
Heute sind wir entspannt in den Tag gestartet. Die Nacht war angenehm ruhig auf unserem Campingplatz vor den Toren von Ålesund. Kein Regenprasseln, keine Kühe vorm Camper – wir sind quasi ausgeruht wie Königspaare im Roadtrip-Modus.
Die heutige Etappe war erfreulich kurz: nur rund 45 Minuten Fahrt bis zu unserem Wunsch-Campingplatz mitten in Ålesund. Während wir durch die City schaukelten, erspähten wir am Hafen schon zwei fette Ozeandampfer, die dort vor Anker lagen. Eine AIDA und ein weiteres Kreuzfahrtschiff, das ich spontan nicht kannte. Bei der AIDA kam sofort nostalgisches Fernweh hoch – alte Urlaubsgefühle! Ich riss mich aber schnell zusammen. Nicht, dass unser Camper Roady noch eifersüchtig wird.
Kurz vor 12 Uhr rollten wir auf den Campingplatz – wirklich ein Traum, direkt an der Kaimauer im Herzen von Ålesund. Und das Beste: Wir hatten noch die freie Auswahl an Stellplätzen in der ersten Reihe. Luxus pur! Roady stolz abgestellt, bezahlt – und weiter ging’s.
Nächstes Ziel: Das Ålesunder Ozeanmuseum (Atlanterhavsparken).
Ein absolutes Highlight in Norwegen: Das Atlantikpark-Aquarium ist eines der größten Salzwasseraquarien Nordeuropas. Es liegt spektakulär direkt am Meer, mit riesigen Becken voller atlantischer Fische, Haien und Rochen, verspielten Seeottern und einer phänomenalen Außenanlage, wo Robben in natürlichen Bassins planschen. Spannend, lehrreich – und für uns heute leider etwas überfüllt, weil sämtliche Kreuzfahrttouristen offenbar dieselbe Idee hatten. Wir bahnten uns tapfer unseren Weg durch die Menschenmassen und fanden es trotzdem richtig schön.
Danach sprangen wir in den Linienbus zurück in die Innenstadt von Ålesund. Die City zeigte sich im klassischen Jugendstil-Charme – an jeder Ecke Gruppen von Kreuzfahrern, die in alle Richtungen ausschwärmten. Also rein ins Getümmel, Souvenirshops plündern und Postkarten-mäßige Fassaden bestaunen.
Ein kulinarisches Highlight durfte natürlich nicht fehlen: Ein richtig gutes Eis mit hausgemachten Waffeln – und später zum Abendessen klassisch amerikanische Burger. Jule und ich haben uns das schön geredet: Immerhin waren die Wikinger schon in Amerika. Historisch belegter Grund also für Burger in Norwegen!
Zurück beim Camper wollten wir Roady dann noch mit Landstrom versorgen – wäre ja nett gewesen. Nur leider war unsere Steckdose vom Platz defekt. Zum Glück hatten wir zwei sehr nette Nachbarinnen, die uns ohne zu zögern einen Platz an ihrer Kabeltrommel angeboten haben. Problem gelöst. Campercommunity at its best!
Den Abend ließen wir dann richtig entspannt an der Kaimauer ausklingen. Vor uns das Wasser, neben uns Roady – und im Hafen legte gerade eines dieser legendären Hurtigruten-Schiffe ab.
Kurzer Exkurs für alle Nicht-Norwegen-Nerds: Die Hurtigruten sind die historische Postschifflinie entlang der norwegischen Küste. Seit über 130 Jahren transportieren sie nicht nur Post, sondern auch Passagiere, Waren und Touristen auf einer der schönsten Seerouten der Welt. Heute sind sie schwimmende Hotels mit spektakulären Routen entlang Fjorden, Inseln und Polarlichtern.
Neben der Hurtigruten schob sich auch die AIDA Prima langsam vom Kai weg und machte sich wieder auf große Fahrt. Ich winkten ein wenig sentimental hinterher – und ich war gleichzeitig ganz froh, dass ich Roady habe.
Ganz nebenbei haben wir heute noch unsere Route für die nächsten Tage optimiert und festgestellt: Nahrungstechnisch sind wir locker bis zum Ende der Reise versorgt. Jule ist einfach Planungsprofi. Also alles entspannt – und wir freuen uns schon auf die nächsten Abenteuer!
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