Wasserfällen, Grillgewitter und Serpentinenabzeichen
Nach einer wunderbar erholsamen Nacht in der norwegischen Wildnis – mit Frischluft-Flat und Vogelgezwitscher-Abo – ging’s heute wieder auf die Straße. Unser nächstes großes Ziel: der sagenumwobene Preikestolen. Aber so weit kamen wir heute noch nicht. Stattdessen standen: viel Autofahren, zwei Wasserfälle und eine Prise Roady-Abenteuer auf dem Plan.
Erster Akt des Tages: Die Schotterpiste von gestern Abend wieder runterzirkeln. Inzwischen sind Jule, Roady und ich ein eingespieltes Trio – das klappte ohne jedes Drama. Unterwegs begegneten wir noch einer kleinen, neugierigen Kuhherde, die uns freundlich beäugte, aber höflich Platz machte. Norwegische Kühe eben – gelassen, gut erzogen, vermutlich mit Wikingerblut.
Ab hier übernahm Jule das Kommando über Roady – und ließ mich bis kurz vor Schluss nicht mehr ans Steuer. Offenbar war heute ihr Tag am Lenkrad. Und ich? Ich genoss Norwegens Postkartenlandschaft vom Beifahrersitz aus und überlegte zwischendurch ernsthaft, ein kleines Nickerchen einzulegen. So souverän steuerte sie uns durch Kurve um Kurve, dass sie sich heute definitiv das Serpentinen-Fahrabzeichen in Gold verdient hat.
Zwei Highlights warteten unterwegs auf uns:
Der Tvindefossen – ein etwa 110 Meter hoher Wasserfall, der spektakulär über mehrere Felsstufen rauscht. Die Wikinger glaubten früher, sein Wasser habe eine verjüngende Wirkung. Wir haben zwar nicht direkt nach der Quelle gesucht, aber zur Sicherheit ein Eis gegessen – zur inneren Abkühlung und vielleicht auch ein bisschen zur Verjüngung. Man weiß ja nie!
Der Steinsdalsfossen, einer der wenigen Wasserfälle weltweit, bei dem man hinter dem Wasserfall entlanglaufen kann, ohne dabei klatschnass zu werden. Eine beeindruckende, fast magische Kulisse mit garantiertem Wow-Effekt.
Die Sonne gab heute wieder Vollgas – sobald die Klimaanlage im Camper aus war, wurde es sofort tropisch
Während der Fahrt entdeckten wir spontan einen Stellplatz mit Traumblick über den Hardangerfjord. Kurzerhand Ziel in TomTom geändert und los ging’s. Nur: Diesmal lag TomTom leider daneben. Wir standen zwar in der Nähe – aber ein Hang, ein Acker und eine Schranke trennten uns von unserem Ziel.
Plan B: Google Maps. 6 km zurück, am Kreisverkehr einfach mal nicht die falsche Ausfahrt nehmen – und siehe da: Schon standen wir am richtigen Platz.
Der Campingplatz war sehr unkompliziert. Statt Rezeption: Telefonnummer anrufen. Jule rief an, und zwischen 20 und 21 Uhr kam der Besitzer dann tatsächlich persönlich vorbei und kassierte jeden neu Angekommenen direkt am Camper. Ganz norwegisch-lässig.
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