Elche, Waffeln und ein würdiger Abschied – unser letzter Tag in Norwegen

Hallo zusammen – heute melde ich mich zum letzten Mal aus dem wunderschönen Norwegen. Ein bisschen wehmütig tippe ich diese Zeilen, denn morgen geht es für uns mit der Fähre von Kristiansand nach Hirtshals in Dänemark. Aber bevor wir Roady (unseren zuverlässigen Camper) auf die letzte norwegische Etappe schicken, gab’s heute noch ein echtes Highlight: einen Besuch im Elchpark Viltgården!

Gestern Abend, beim gemütlichen Camper-Abendbrot, hatten wir die Tickets online gebucht – allerdings mit einem kleinen Zahlendreher. Ich hatte versehentlich den 24.07. ausgewählt, statt dem 23.07. Uups. Also habe ich fix noch eine E-Mail an den Park geschickt – und siehe da: Bereits wenig später am Abend kam die super entspannte norwegische Antwort zurück: „Kein Problem, ihr könnt auch morgen kommen.“ Skandinavische Gelassenheit – wir lieben sie!

Elch-Alarm! Oder… doch nicht?

Auf dem Weg zum Elchpark passierte dann etwas, das unseren Puls kurzzeitig in die Höhe trieb – zumindest den von Jule. Mit einem Mal riss sie die Augen auf, zeigte mit dem Finger in die Landschaft und rief aufgeregt: „Da! Ein Elch! Ich hab einen gesehen!“

Ich, natürlich hoch konzentriert am Steuer, trat reflexartig auf die Bremse. Roady – unser treuer Camper – quittierte das Ganze mit einem empörten, aber kontrollierten Quietschen. Zum Glück war die Straße leer, keine Autos vor oder hinter uns, also keine Gefahr – nur ein bisschen Adrenalin für alle Beteiligten.

Wir spähten angestrengt ins Dickicht. Die Bäume warfen lange Schatten, das Moos leuchtete grün, und irgendwo raschelte es vielleicht auch. Oder es war der Wind. Oder eine besonders kräftige Birke. Aber: kein Elch weit und breit. Kein Geweih, keine langen Beine, nicht einmal ein Elchpo, der sich im Unterholz verzog.

„Vielleicht war’s auch nur ein Busch… der sich verdächtig elchig bewegt hat“, murmelte Jule irgendwann etwas zerknirscht. Ich lächelte: „Immerhin sind wir jetzt wach.“ Also wieder rein in Roady und weiter zum echten Elch-Erlebnis – da sollten wir sie auf jeden Fall zu Gesicht bekommen.

Viltgården – das Elch-Upgrade mit Karotten-Bestechung

Am Elchpark angekommen, wurden wir freundlich empfangen und durften nach einer kurzen Wartezeit am Rundgang teilnehmen. Zuerst gab’s einen leidenschaftlichen Vortrag über Elche, ihre Lebensweise in Norwegen, ihr Verhalten und ihre beeindruckende Anpassung an die raue Natur. Wer wusste schon, dass Elche nicht nur fantastische Schwimmer sind, sondern auch problemlos durchs Unterholz „stolpern“, das selbst ein Jeep meiden würde?

Dann ging’s endlich zur Hauptattraktion: echte Elche – zum Anfassen nah! Und sie waren riesig. Beeindruckend groß, majestätisch und… hungrig. Wir durften sie streicheln und mit Karotten füttern, was sie mit großer Begeisterung annahmen. Unsere Vorräte waren schneller weg als ein Hotdog am Polarkreis. Die langen Elchzungen schnalzten durch die Gitterstäbe, und ehe man sich versah, war die Möhre futsch. Ganz große Karottenliebe!

Elchstreicheln macht hungrig

Nach dem tierischen Teil gab’s endlich das kulinarische Kontrastprogramm: echte norwegische Waffeln – natürlich in Herzform und mit typischer Marmelade – plus einen richtig guten Burger. Wir saßen gemütlich draußen, ließen die letzten Erlebnisse Revue passieren und schauten immer wieder zu den Elchen rüber, die sich inzwischen satt und zufrieden im Schatten langgelegt hatten.

Ein letzter Campingplatz, ein letztes Aufbauen

Danach fuhren wir zu einem kleinen, aber sehr liebevoll geführten Campingplatz nahe Kristiansand, wo wir nun unseren letzten Abend mit Roady verbringen. Ein bisschen wehmütig ist es schon – aber auch voller schöner Erinnerungen.

Und zum Schluss: Norwegen in der Kurzfassung – Unser Roady-Resümee
Was bleibt nach drei Wochen Norwegen im Gedächtnis? Hier kommt unser ultimativer, leicht ironisch angehauchter Reise-Rückblick:

Anzahl der Tunnel: Unzählbar. Norwegen hat offensichtlich mehr Tunnel als Supermärkte.
Höhenmeter zu Fuß: Genug, um locker einen Elch zu beeindrucken.
Höhenmeter mit Roady: Noch mehr. Roady ist jetzt offiziell ausgebildeter Gebirgs-Camper.
Verbrauchte Sonnencreme: Lichtschutzfaktor 50? Eher 500!
Gesehene Elche in freier Wildbahn: 0.
Elche im Park gestreichelt: 6
Gegessene Waffeln: Viel zu wenige
Unverhoffte Serpentinen: Jule hat jetzt ihr eigenes Serpentinenfahrer-Diplom.
Regenstunden: Einige. Aber dafür hatten wir Roady – unser trockenes Zuhause auf vier Rädern.
Campingplatzsteckdosen, die nicht funktionierten: Mindestens eine.
Glücksmomente: Unzählbar. Und das ist ja am Ende das, was zählt.

Morgen heißt es Abschied nehmen – aber wir sind dankbar für diese wunderbare Reise durch ein Land voller Natur, Abenteuer und Elche.

Bis bald, Norwegen – und tusen takk für alles!

 

 

 

 

Bilder:

Kommentarfunktion:

Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen

Weitere Blogposts:

0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x