Road to Preikestolen – Tunnel um Tunnel

Heute stand ein echtes Highlight auf dem Programm: die letzte Etappe zu den berühmten Preikestolen – dem wohl dramatischsten Aussichtspunkt Norwegens. Aber wie es sich für uns gehört, wollten wir natürlich nicht einfach nur ankommen. Erstmal gab’s noch einen Abstecher zum sagenumwobenen Låtefossen, einem der spektakulärsten Wasserfälle des Landes.

Jule übernahm das Steuer von Roady und wurde direkt mit einem Tunnelmarathon begrüßt: erst 10 km, dann 11 km Röhre durch den Berg. Das sollte allerdings nur der Anfang sein. Wir haben irgendwann aufgehört zu zählen, aber mindestens 20, wenn nicht sogar 30 Tunnel hat Roady heute souverän durchquert – Norwegen ist wirklich Weltmeister im „Unterirdisch unterwegs sein“.

Am Låtefossen, einem doppelläufigen Wasserfall, der aus 165 Metern Höhe direkt unter einer alten Steinbrücke hindurchdonnerte, wurde es dann kurz sehr spannend. Kaum hatten wir einen der raren Parkplätze ergattert, mussten wir im Camper bleiben – denn vor der Tür wartete keine norwegische Elchherde, sondern eine ausgewachsene Schlange. Und zwar direkt an unserer Schiebetür!

Ein Parkeinweiser mit starken Nerven und einer Improvisationsschaufel eilte zur Hilfe. Erstmal wurde gegoogelt (was man eben so macht, wenn eine Schlange deinen Job blockiert), dann wurde das Tier mit Stock und Schaufel entschlossen in die Wildnis zurückversetzt – unter Applaus der Umstehenden. Ein echter Nationalpark-Held!

Jetzt konnten wir endlich raus und Låtefossen bestaunen – ein Wasserfall wie aus einem Fantasy-Film. Das Wasser schoss mit Getöse die Felsen hinunter, der Wind verteilte feine Gischt auf unsere Gesichter, und die Sonne. Einfach magisch!

Danach ging’s nonstop Richtung Preikestolen. Jule rauschte souverän durch Kurven, Tunnel und an Fjorden entlang, während ich Beifahrer-Luxus genoss und mich fragte, ob Roady heute eigentlich mehr über oder unter der Erde unterwegs war. Norwegen zeigte sich in Hochform: hinter jeder Kurve eine neue Naturkulisse – als hätte man die Landschaft gemalt.

Am Campingplatz kurz vor den Preikestolen angekommen, checkten wir schnell ein und sicherten uns einen Stellplatz. Morgen geht’s dann früh los – der Rucksack ist gepackt, die Wanderschuhe stehen bereit, und Roady darf mal ausschlafen.

Jetzt fehlt nur noch: eine Mütze Schlaf. Denn morgen wartet das große Finale!

 

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