Von wackeligen Brücken, Rallye-Strecken und einem Gletscher ganz für uns allein!

Ja, was soll ich sagen: Heute Nacht gar nichts los. Kein Regengeprassel, keine neugierigen Kühe, die uns umzingeln und beschnuppern. Einfach eine solide, ereignislose Campernacht. Fast schon ein bisschen verdächtig langweilig.

Nach einem gemütlichen Aufwachen haben wir routiniert zusammengepackt. Inzwischen sind wir ja echte Profis: Jeder Gegenstand hat seinen Platz – also irgendeinen Platz. Meistens liegt das Wichtige zwar hinter dem Unwichtigen, aber hey: System ist System.

Dann ging es los zur ersten kleinen Wanderung des Tages – und was für ein Einstieg: Der Wasserfall Rjukandefoss. Was soll ich sagen? Wir waren absolut begeistert! Jetzt fühlt es sich wirklich an, als wären wir in Norwegen angekommen. Dieses Land haut einfach ständig beeindruckende Natur-Wunder raus, als wäre es das Normalste der Welt.

Nach dem Wasserfall ging es weiter zur legendären Hängebrücke. Sagen wir mal so: sehr viel Bewegung in der Brücke, sehr wenig Vertrauen in die Statik. Aber wir haben es geschafft – trockenen Fußes ans andere Ufer. Abenteuer-Check!

Anschließend nahmen wir Kurs auf den nächsten Campingplatz. Jule ließ sich nicht davon abhalten, das Steuer zu übernehmen. Und das war ein Spektakel für sich: Hoch zur Baumgrenze, wieder runter, enge Kurven – alles mit der Eleganz einer Rallyefahrerin auf Bestzeit. Ich bin überzeugt, in einem früheren Leben hat sie die Tour de France gewonnen und nebenbei noch den Rallye-Weltmeistertitel geholt. So geschmeidig, wie sie durch die Serpentinen geflogen ist!

Nach dem obligatorischen Tanken durfte ich wieder ans Steuer. Und zur Abwechslung stand eine Fähre über einen Fjord auf dem Programm – das Camperleben hier ist eben nie langweilig.

Weil wir überraschend früh am Campingplatz waren (wir werden langsam richtig gut im Planen), haben wir spontan beschlossen, die Wanderung zum Nigardsbreen-Gletscher einfach noch heute zu machen. Immerhin bleibt es hier quasi ewig hell.

Die Wanderung war ein Traum: Über kleine Gletscherbäche, über glattgeschliffene Steine in allen Formen und Größen – und am Ende standen wir vor diesem mächtigen Gletscher. Und das Beste: Wir waren so spät dran, dass wir ihn ganz für uns alleine hatten. Keine Menschenseele weit und breit, nur wir, der Gletscher und ein leises Staunen.

Ein perfekter Abschluss für einen richtig echten Norwegen-Abenteuertag!

 

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