Von Rostock nach Trelleborg – Abenteuer Fähre (und getrennte Sitzplätze inklusive)
Die Nacht am Fährhafen war kurz. Sehr kurz. Denn Punkt 4:30 Uhr schellte der Wecker so unerbittlich wie ein schlecht gelaunter Hafenmeister. Kein langes Rumtrödeln – raus aus den Schlafsachen, rein in die Regenjacke, denn der Wettergott hatte heute Morgen offenbar keinen Bock auf Sonnenschein.
Kurz blitzte die Sonne durch, vermutlich nur um uns zu verspotten, bevor sie sich hinter dicken grauen Wolken versteckte und das Kommando an die Regenfront übergab. Egal. Wir sind hart im Nehmen. Parkkarte bezahlt, dann ging’s im Schritttempo zum Fähr-Check-In.
Am Schalter bekamen wir unsere Boardingkarten und die Anweisung, in „Line 53“ zu warten. Da standen wir dann und sahen zu, wie die ankommenden Autos aus der Fähre rollten – und fragten uns, ob die Besatzung beim Einparken Tetris-Weltmeisterschaften austrägt.
Irgendwann war es soweit: Unser großer Auftritt! Wir tuckerten brav an Bord – ohne Beulen, ohne Drama. Wer hätte das gedacht?
Aber das Abenteuer ging weiter: Alle Passagiere müssen während der Überfahrt den Camper verlassen. Also schnell Handys, Snacks und alles, was man auf 6 Stunden Ostsee braucht, geschnappt und zum Sitzplatzbereich gesprintet.
Kleine Überraschung beim Auspacken der Bordkarten: Unsere Sitze lagen nicht zusammen. Überall Menschen mit Blicken zwischen Schlafentzug und Urlaubsfreude, und wir zwei irgendwo zwischen Reihe 17 und 25 verteilt. Sehr romantisch! Vermutlich dachten die Leute bei der Buchung: „Nummerierung? Ach, einfach von 1 aufwärts.“
Wir haben natürlich versucht, das Beste draus zu machen. Schlafen stand ganz oben auf unserer Wunschliste – aber das klappte leider gar nicht. Die Sitze waren ungefähr so bequem wie eine Parkbank aus Granit, und ausgerechnet jetzt hatte die Crew auch noch das dringende Bedürfnis, sehr ausführlich über Seenotrettung aufzuklären.
Also lauschten wir brav der Sicherheitsansage, die ungefähr so beruhigend klang wie „keine Sorge, die Rettungsboote funktionieren bestimmt“. Draußen prasselte der Regen unbeeindruckt gegen die Fenster, während wir drinnen versuchten, zumindest ein bisschen die Augen zuzumachen und dabei so zu tun, als wäre das alles total entspannt.
Beim Auslaufen aus Rostock gab es noch einen Gruß von einem riesigen Kreuzfahrtschiff – die Passagiere schwenkten sicher ihren Kaffee, während wir im Regen standen ohne nichts.
Irgendwann hatte auch das Wetter Mitleid mit uns. Die Regenwolken verzogen sich und wir kletterten an Deck. Die Sonne kam pünktlich zurück für die Einfahrt in den Hafen von Trelleborg. Perfektes Timing – fast so, als hätte sie gewusst, dass wir Fotos machen wollen.
Ab da hieß es: wieder ab in den Camper und weiter Richtung Göteborg. Die Route? Malerisch, grün, kurvig – und mit einem Tank, der bei jeder Steigung nervös piepste. Mit dem allerletzten Tropfen Sprit sind wir auf dem Campingplatz angekommen.
Morgen steht also erstmal ein echtes Abenteuer auf dem Programm: Tanken in Schweden! Aber heute genießen wir noch ein bisschen den Luxus, nicht mehr zu rollen und einfach angekommen zu sein.
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