Königswetter für die Königswanderung – Auf zum Preikestolen!
Heute war es endlich so weit: Die Königswanderung unserer Norwegenreise stand an – der Preikestolen rief! Zwei Wochen lang hatten wir uns vorbereitet: Kletterpark bezwungen, zur Trollkirche hochgehechelt, Gletscher bestaunt, durch Schotterpisten gezittert und die norwegische Unterwasserwelt erforscht. Besser vorbereitet konnte man wirklich nicht sein. Was sollte da noch schiefgehen?
Der Betrieb auf dem Campingplatz begann schon in den frühen Morgenstunden. Die ersten Wandervögel zogen los, während wir noch schlaftrunken aus dem Fenster blinzelten. Dank perfekter Vorbereitung (aka: „Wir haben gestern schon alles gepackt!“) waren wir zügig startklar. Roady, unser treuer Camper, brachte uns in nur zehn Minuten zum offiziellen Parkplatz – für einen königlichen Preis, versteht sich. Wir hofften inständig, dass Roady dort ein bisschen Wellness-Feeling bekam – verdient hätte er’s.
Kurz vor neun Uhr war der Parkplatz schon gut gefüllt. Noch schnell Wasserflasche, Proviant, Kamera und Ersatzakkus gecheckt – und los ging’s! 9,3 Kilometer und rund 320 Höhenmeter lagen vor uns. Die Wanderautobahn war gut frequentiert – alle Altersklassen, Fitnesslevel und Schuhmodevarianten waren vertreten. Ja, einer stapfte tatsächlich nur in Wandersocken los. Respekt oder Wahnsinn? Entscheidet selbst.
Dank der noch frischen Temperaturen und unserer mentalen Stärke (okay, und ein bisschen Zucker im Blut) kamen wir gut voran. Zwei knackige Anstiege später, ein paar schmale Stellen überwunden – und zack: Da lag er vor uns, der Preikestolen. Majestätisch, windig und… gut besucht. Eine Schlange für das klassische „Ich-steh-am-Rand-und-halt-die-Luft-an“-Selfie hatte sich schon gebildet. Wir reihten uns ein – obwohl wir Selfie-Schlangen sonst eher meiden wie Mücken im Fjord. Aber hey, heute war ein besonderer Tag.
Nach einem ausgiebigen Blick in die Tiefe – und einem wachsamen Auge auf rücksichtslose Wanderstöcke – zogen wir uns zum Picknick in eine windgeschützte Ecke zurück. Schattenplatz inklusive. Während wir unseren Proviant verputzten, beobachteten wir die vorbeiziehenden Wanderer. Ein ganz eigenes Unterhaltungsprogramm.
Der Rückweg war… sagen wir: lang. Jeder Stein schien größer als auf dem Hinweg. Aber der Gedanke an ein kühles Getränk und ein Eis vom Imbiss unten trieb uns an. Leider war der Imbiss heute – natürlich – geschlossen. Roady wartete zwar geduldig auf uns, aber das teure Parkticket hatte ihm auch keinen Spa-Tag beschert. Immerhin war er schön warm.
Zurück am Campingplatz wurde der Traum vom Eis dann doch noch wahr – Kiosk sei Dank. Jetzt liegen wir mit müden Füßen und glücklichen Gesichtern vor Roady und lassen diesen fantastischen Tag Revue passieren.
Morgen? Mal sehen, ob unsere Beine dann wieder mit uns reden.
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